SPEZIELLES

Auf dieser Seite informieren wir über Vorsorgeuntersuchungen, Gutachten, Atteste und die besondere Möglichkeiten der Zusatzdiagnostik.

Vorsorgeuntersuchungen

  • Grüner Star
  • allgemeine Augenuntersuchung

Gutachten/ Atteste

  • Führerschein, Bildschirmarbeit, Polizei, Sportboot, Versorgungsamt etc.

Zusatzdiagnostik

  • Hornhautpachymetrie (Messung der Hornhautdicke)
  • Hornhauttopographie (Vermessung der Hornhautoberfläche)
  • Fluoreszenzangiographie
  • HRT (Heidelberg Retina Tomographie: Spezialvermessung des Sehnerven)
  • OCT (Optische Cohärenztomographie: Ultraschalluntersuchung des Augenhintergrunds): Nun auch direkt in unserer Praxis
  • Fotografie der vorderen und hinteren Augenabschnitte

Grüner Star (Glaukom)

In diesem Abschnitt haben wir Informationen zum Grünen Star (Glaukom) zusammengestellt – ergänzt durch einen Test, mit dem Sie Ihr persönliches Risiko einschätzen können.

Unter dem Grünen Star (Glaukom) versteht die Augenheilkunde eine Gruppe von Krankheitsbildern, die den Sehnerven schädigen. Es handelt sich – abgesehen vom Glaukomanfall mit akuten und starken Beschwerden – um eine chronisch schleichende Erkrankung, die der Patient lange Zeit nicht bemerkt. Somit zählt der Grüne Star auch heute noch zu den häufigsten Ursachen der Erblindung. Je älter jemand wird, umso höher ist sein Risiko, an einem Glaukom zu erkranken.

Glaukome treten in verschiedenen Ausprägungen auf: Die Augenheilkunde unterteilt akute (z.B. Glaukomanfall) und chronische Verlaufsformen (z.B. primär chronisches Offenwinkelglaukom). Des Weiteren lassen sich kindliche (Buphthalmus), jugendliche und Erwachsenen-Glaukome unterscheiden, abhängig vom Alter, in dem sie erstmals auftauchen (Manifestationsalter). Von einem sekundären Glaukom spricht man, wenn eine andere Augenerkrankung zum Glaukom führt – im Gegensatz zu den primären Formen, die ein eigenständiges Krankheitsbild darstellen.

Gemeinsam ist allen Varianten, dass es ohne Behandlung zu einer fortschreitenden Schädigung des Sehnerven kommt. Die Folge sind Gesichtsfeldausfälle bis hin zur völligen Erblindung.

Wichtig bei Diagnostik und Therapie des Grünen Stars sind drei Untersuchungen

  • die Messung des Augeninnendrucks
  • die Beurteilung des Sehnerven
  • die Gesichtsfelduntersuchung

Der Augeninnendruck kann Schwankungen über den Tag aufweisen; somit ist eventuell ein Tagesdruckprofil erforderlich (i.d.R. ambulant durchgeführt). Zudem hängt die Augeninnendruckmessung von der Hornhautdicke ab, die sich heute schnell und berührungslos ermitteln lässt (Pachymetrie).

Interessant ist, dass es sowohl ein Glaukom ohne erhöhten Augeninnendruck gibt (Normaldruckglaukom) als auch einen erhöhten Augeninnendruck ohne Glaukom (okuläre Hypertension). Diese beiden Sonderformen zeigen, dass neben dem Augeninnendruck andere Risikofaktoren zur Entstehung des Glaukomschadens beitragen. Aktuell werden in der Augenmedizin vor allem Durchblutungsstörungen diskutiert.

Zentrale diagnostische Kriterien sind daher der Befund von Sehnerven und Gesichtsfeld, die beim Glaukom immer in Mitleidenschaft gezogen sind. Die glaukomatöse Sehnervenschädigung beurteilt der Augenarzt durch Untersuchung des Sehnervenkopfes (Papille), welcher am Augenhintergrund zu sehen ist. Bei Glaukompatienten kommt es zu einer zunehmenden Aushöhlung der Papille (Papillen-Excavation), bedingt durch das fortschreitende Absterben von Nervenfasern. Im Anfangsstadium führt dies zu kleinen Ausfällen, die der Patient beim Sehen nicht bemerkt. Im weiteren Verlauf zerfällt das Gesichtsfeld bis hin zur völligen Erblindung.

Die Therapie richtet sich nach Glaukomform und Schweregrad. So wird beim sekundären Glaukom erst die zugrunde liegende Augenerkrankung behandelt. Bei allen Formen soll der Augendruck reduziert werden, zunächst mit Augentropfen (ggf. bis hin zu einer Dreifach-Kombination). Reicht diese medikamentöse Augeninnendrucksenkung nicht aus, ist eine operative erforderlich (Laser oder chirurgisch). In speziellen Fällen ist eine zusätzliche durchblutungsfördernde Therapie angezeigt.

Glaukom-Check

Bitte nehmen Sie sich eine Minute Zeit für diese sieben Fragen.

  • Sind Sie älter als 40 Jahre?
  • Sind Sie kurzsichtig (ab etwa -5 Dioptrien)?
  • Ist Ihr Augeninnendruck erhöht?
  • Ist Ihr Blutdruck niedrig oder stark schwankend?
  • Gibt es in Ihrer Verwandtschaft eine Glaukomerkrankung?
  • Haben Sie Diabetes?
  • Haben Sie Durchblutungsstörungen (z.B. Migräne, kalte Hände oder Füße)?

Wenn Sie zwei oder mehr Fragen mit „ja” beantwortet haben: Bitte sprechen Sie mit uns über eine Vorsorgeuntersuchung.

Die Glaukomvorsorge wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt – es lohnt sich aber auf jeden Fall.